Starke EvidenzCholesterin2021
Modulation of human intestinal microbiota in a clinical trial by consumption of a β-D-glucan-enriched extract obtained from Lentinula edodes
Morales D, Shetty SA, López-Plaza B, et al. Eur J Nutr. 2021;60(6):3249–3265
Studienart: Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, 52 Personen, 8 Wochen
Ergebnis: Ein Beta-Glucan-Extrakt aus Shiitake (3,5 g täglich) senkte bei leicht erhöhtem Cholesterin die Blutfette nicht – obwohl er im Labor und im Tierversuch gewirkt hatte. Er veränderte aber die Darmflora und war gut verträglich.
Aber: Ein wichtiges Beispiel dafür, dass Labor- und Tierbefunde sich am Menschen oft nicht bestätigen.
OriginalstudiePubMed 33580297
Starke EvidenzVitamin D2011
Bioavailability of vitamin D₂ from UV-B-irradiated button mushrooms in healthy adults deficient in serum 25-hydroxyvitamin D: a randomized controlled trial
Urbain P, Singler F, Ihorst G, Biesalski HK, Bertz H. Eur J Clin Nutr. 2011;65(8):965–971
Studienart: Randomisierte, placebokontrollierte Studie, 26 Personen (Uniklinik Freiburg)
Ergebnis: Vitamin D₂ aus UV-belichteten Pilzen hob den Vitamin-D-Spiegel im Blut genauso gut wie ein Vitamin-D-Präparat in gleicher Dosis.
Aber: Untersucht wurden Champignons; das Prinzip gilt für alle Pilze mit Ergosterol, auch Shiitake.
OriginalstudiePubMed 21540874
Starke EvidenzKrebs2009
Individual patient based meta-analysis of lentinan for unresectable/recurrent gastric cancer
Oba K, Kobayashi M, Matsui T, Kodera Y, Sakamoto J. Anticancer Res. 2009;29(7):2739–2745
Studienart: Meta-Analyse mit Einzelpatientendaten, 5 randomisierte Studien, 650 Patienten
Ergebnis: Lentinan – ein gereinigter Zuckerbaustein aus Shiitake, als Infusion verabreicht – verlängerte zusätzlich zur Chemotherapie das Überleben bei fortgeschrittenem Magenkrebs (Hazard Ratio 0,80, also rund 20 % geringeres Sterberisiko im Beobachtungszeitraum).
Aber: Betrifft ein intravenös gegebenes Arzneimittel aus Japan, nicht das Essen von Pilzen. Ersetzt keine Krebstherapie.
OriginalstudiePubMed 19596954
Mittlere EvidenzKrebs2021
Higher Mushroom Consumption Is Associated with Lower Risk of Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Observational Studies
Ba DM, Ssentongo P, Beelman RB, Muscat J, Gao X, Richie JP. Adv Nutr. 2021;12(5):1691–1704
Studienart: Meta-Analyse von 17 Beobachtungsstudien
Ergebnis: Wer am meisten Speisepilze aß, hatte ein um 34 % niedrigeres Krebsrisiko als die Gruppe mit dem geringsten Verzehr (relatives Risiko 0,66). Am deutlichsten war der Zusammenhang bei Brustkrebs.
Aber: Beobachtungsdaten zeigen Zusammenhänge, keine Ursache. 11 der 17 Studien waren Fall-Kontroll-Studien mit Erinnerungsfehlern. Gilt für Pilze allgemein, nicht speziell Shiitake.
OriginalstudiePubMed 33724299
Mittlere EvidenzGehirn2019
The Association between Mushroom Consumption and Mild Cognitive Impairment: A Community-Based Cross-Sectional Study in Singapore
Feng L, Cheah IK, Ng MM, et al. J Alzheimers Dis. 2019;68(1):197–203
Studienart: Querschnittsstudie, 663 Menschen ab 60 Jahren
Ergebnis: Wer mehr als zwei Portionen Pilze pro Woche aß, hatte seltener eine leichte kognitive Beeinträchtigung (Odds Ratio 0,43) – unabhängig von Alter, Bildung, Bewegung und Vorerkrankungen.
Aber: Momentaufnahme ohne Zeitverlauf; Ursache und Wirkung lassen sich nicht trennen.
OriginalstudiePubMed 30775990
Mittlere EvidenzVitamin D2018
A Review of Mushrooms as a Potential Source of Dietary Vitamin D
Cardwell G, Bornman JF, James AP, Black LJ. Nutrients. 2018;10(10):1498
Studienart: Übersichtsarbeit
Ergebnis: Pilze bilden unter UV-Licht Vitamin D₂ aus Ergosterol. UV-behandelte Pilze enthalten selbst nach Lagerung und Kochen oft mehr als 10 µg Vitamin D pro 100 g – etwa den empfohlenen Tagesbedarf.
Aber: Ohne UV-Behandlung enthalten Zuchtpilze kaum Vitamin D. Ein Autor beriet früher die Pilzindustrie.
OriginalstudiePubMed 30322118
Mittlere EvidenzNebenwirkungen2017
Clinical features of shiitake dermatitis: a systematic review
Nguyen AH, Gonzaga MI, Lim VM, et al. Int J Dermatol. 2017;56(6):610–616
Studienart: Systematische Übersicht über 50 Fälle
Ergebnis: Die Shiitake-Dermatitis – juckende, striemenartige Hautausschläge – trat meist nach rohen, in 22 % der Fälle nach nur kurz gegarten Pilzen auf. Sie heilt ohne Behandlung im Schnitt nach rund 12 Tagen ab.
Aber: Selten, aber gut dokumentiert. Auslöser ist vermutlich Lentinan, das beim Durchgaren zerfällt.
OriginalstudiePubMed 28054338
Mittlere EvidenzImmunsystem2015
Consuming Lentinula edodes (Shiitake) Mushrooms Daily Improves Human Immunity: A Randomized Dietary Intervention in Healthy Young Adults
Dai X, Stanilka JM, Rowe CA, et al. J Am Coll Nutr. 2015;34(6):478–487
Studienart: Randomisierte Ernährungsstudie, 52 gesunde Erwachsene (21–41 Jahre), 4 Wochen
Ergebnis: Die Teilnehmenden aßen täglich 5 oder 10 g getrocknete Shiitake. Nach vier Wochen vermehrten sich bestimmte Immunzellen (γδ-T-Zellen um rund 60 %, NK-T-Zellen um das Doppelte) im Labortest stärker, der Antikörper sIgA im Speichel stieg und der Entzündungswert CRP sank.
Aber: Keine Placebogruppe, nur gesunde junge Menschen, kurze Dauer. Gemessen wurden Laborwerte – nicht, ob die Teilnehmenden seltener krank wurden.
OriginalstudiePubMed 25866155
Schwache EvidenzImmunsystem2019
From Bench to Bedside: Evaluation of AHCC Supplementation to Modulate the Host Immunity to Clear High-Risk Human Papillomavirus Infections
Smith JA, Mathew L, Gaikwad A, et al. Front Oncol. 2019;9:173
Studienart: Labor- und Tierstudien plus zwei Pilotstudien mit je 10 Frauen
Ergebnis: AHCC, ein Extrakt aus dem Myzel des Shiitake, wurde Frauen mit hartnäckiger HPV-Infektion gegeben. 4 von 6 (3 g täglich) bzw. 4 von 9 Frauen (1 g täglich) wurden das Virus innerhalb mehrerer Monate los.
Aber: Sehr kleine Pilotstudien ohne Kontrollgruppe – HPV-Infektionen heilen auch häufig von selbst aus. Ein Extrakt, kein Lebensmittel.
OriginalstudiePubMed 30949451
Schwache EvidenzInhaltsstoffe2017
Mushrooms: A rich source of the antioxidants ergothioneine and glutathione
Kalaras MD, Richie JP, Calcagnotto A, Beelman RB. Food Chem. 2017;233:429–433
Studienart: Laboranalyse verschiedener Speisepilze
Ergebnis: Pilze sind die reichste bekannte Nahrungsquelle für das Antioxidans Ergothionein. Die Gehalte schwanken stark je nach Art (0,15–7,27 mg pro g Trockenmasse); Shiitake liegen im oberen Bereich der Kulturpilze.
Aber: Misst Inhaltsstoffe, nicht gesundheitliche Wirkungen.
OriginalstudiePubMed 28530594
Schwache EvidenzCholesterin2016
Water-Soluble Compounds from Lentinula edodes Influencing the HMG-CoA Reductase Activity and the Expression of Genes Involved in the Cholesterol Metabolism
Gil-Ramírez A, Caz V, Smiderle FR, et al. J Agric Food Chem. 2016;64(9):1910–1920
Studienart: Labor- und Tierstudie
Ergebnis: Wasserlösliche Shiitake-Bestandteile hemmten im Labor das Enzym HMG-CoA-Reduktase – denselben Angriffspunkt, den auch Statine nutzen – und veränderten bei Mäusen Gene des Cholesterinstoffwechsels.
Aber: Eine Humanstudie mit Shiitake-Extrakt (Morales 2021) fand keine Cholesterinsenkung.
OriginalstudiePubMed 26877235
Schwache EvidenzNebenwirkungen2012
Hypersensitivity pneumonitis induced by Shiitake mushroom spores
Ampere A, Delhaes L, Soots J, et al. Med Mycol. 2012;50(6):654–657
Studienart: Fallbericht
Ergebnis: Wer Shiitake in geschlossenen Räumen züchtet, kann durch eingeatmete Sporen eine allergische Lungenentzündung entwickeln („Pilzzüchterlunge“). Mehrere Fallberichte aus Japan und Europa beschreiben das.
Aber: Betrifft fast nur Menschen, die regelmäßig in Zuchträumen arbeiten.
OriginalstudiePubMed 22329454
Schwache EvidenzInhaltsstoffe2010
Lentinus edodes: a macrofungus with pharmacological activities
Bisen PS, Baghel RK, Sanodiya BS, et al. Curr Med Chem. 2010;17(22):2419–2430
Studienart: Übersichtsarbeit
Ergebnis: Fasst Labor- und Tierstudien zu Inhaltsstoffen wie Lentinan, Eritadenin und weiteren Polysacchariden zusammen: Hinweise auf immunmodulierende, cholesterinsenkende, antimikrobielle und antioxidative Effekte.
Aber: Überwiegend präklinische Daten – gute Hypothesen, aber kein Wirknachweis beim Menschen.
OriginalstudiePubMed 20491636